Was ist eine Diensthaftpflichtversicherung?

Nicht nur privat, sondern auch im Beruf haftet jeder für seine Fehler und ist hierfür verantwortlich. Je mehr Verantwortung ein Bediensteter trägt, umso höher können die Schadenersatzansprüche von Geschädigten ausfallen. Dies trifft vor allem auf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu. Es ist im Grundgesetz zwar festgelegt, dass bei Verletzung einer Amtspflicht der Dienstherr verantwortlich ist. Jedoch kann ein Dienstherr den Beamten bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz für entstandene Schäden Dritter in einen Regress nehmen.

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Dies bedeutet, dass er den Bediensteten für Entschädigungen haftbar machen kann. Dies gilt für Arbeitnehmer, welche nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer für leichtere Fahrlässigkeiten oder Vergehen nicht haften.

Hierzu zählen vor allem tägliche Unachtsamkeiten, z. B. wenn versehentlich ein Glas fallen gelassen. Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird die notwendige Sorgfalt oftmals außer Acht gelassen, beispielsweise wenn ein Polizist bei der Arbeit abgelenkt ist und ein Ladendieb entwischen kann. Grobe Fahrlässigkeit setzt wiederum ein schwerwiegendes Fehlverhalten voraus. Mit Vorsatz handelt beispielsweise ein Mitarbeiter einer Behörde, der aus Ärger über seinen Vorgesetzten den Dienst-PC mit Absicht beschädigt. Eine Diensthaftpflicht greift bei Regressansprüchen seitens des Dienstherrn und bewahrt den Bediensteten vor Schadensersatzforderungen. Bei Taten, die vorsätzlich begangen werden, besteht kein Versicherungsschutz.

Kein Mitarbeiter ist vor Fehlern gefeit und manchmal reich schon ein Versehen aus, um ihn finanziell zu ruinieren.

Als Angestellter oder Beamter im Öffentlichen Dienst haften die Mitarbeiter bei grober Fahrlässigkeit persönlich für die verschuldeten Sach-, Personen- oder Vermögensschäden. Eine private Haftpflichtversicherung schützt hier nicht. Die Diensthaftpflicht bietet Schutz, auch vor ungerechten Forderungen. Als Angestellter oder Beamter des öffentlichen Dienstes haben die Mitarbeiter mit steigender Arbeitsbelastung auch mit Zeitdruck zu kämpfen. Hierbei reicht oftmals eine kleine Unachtsamkeit, um einen sehr großen Schaden anzurichten. Normalerweise haftet in Abhängigkeit von der Tätigkeit zunächst der Dienstherr bzw. der Arbeitgeber, jedoch können Mitarbeiter anschließend von ihm in Regress genommen werden. Hier greift die Diensthaftpflicht.

Was ist eine Diensthaftpflichtversicherung?
(c) pixabay.com / Rico_Loeb

Für wen ist eine Diensthaftpflichtversicherung sinnvoll? Beispiele für die Notwendigkeit

Die Diensthaftpflicht ist allen Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes zu empfehlen.
Dazu zählen jene öffentliche Bedienstete in sozialen, schulischen und kirchlichen Einrichtungen, in Heilberufen, in der Verwaltung aber auch Polizisten, Richter und Soldaten. Die Diensthaftpflicht kann sich in den unterschiedlichsten Szenarien als nötig erweisen.
Einem Lehrer kommt zum Beispiel der Schulschlüssel abhanden, weil er diesen unbeaufsichtigt auf in der Turnhalle abgelegt hat.
Die Schließanlage in der Schule muss aus diesem Grund ausgetauscht werden.

Ein weiteres Beispiel ist, wenn ein Polizist bei der Verfolgung von Verdächtigen einen unbeteiligten Passanten verletzt.

Die Diensthaftpflicht schützt Bedienstete, wenn der oder die Geschädigte Schadenersatz-forderungen direkt stellen oder, wenn ein Dienstherr den Mitarbeiter in Regress nimmt. Somit wird mit der Police also das dienstliche Haftungsrisiko abgesichert. Personen- oder Sachschäden können ohne Versicherungsschutz sehr schnell zum finanziellen Ruin beitragen. Solche Schäden werden bei einer Diensthaftpflicht daher zumeist mindestens im einstelligen Millionenbereich mitversichert. Personen, die beispielsweise beruflich Auskünfte erteilen, oder andere Interessen verwalten, benötigen außerdem eine Vermögensschädenhaftpflichtversicherung. Bei Kammerberufen ist dies sogar Pflicht. Wenn zum Beispiel durch Fahrlässigkeit bei einer falschen Prüfung der Steuererklärung können hohe Vermögensschäden entstehen, gegen welche sich der Finanzbeamter absichern muss.

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